Seit Jahren möchte ich schon nach Südfrankreich, in meinen Lieblingsromanen ist immer die Rede von der wunderschönen Provence, den Lavendelfeldern und der Cote d'Azur. Anlässlich unseres ersten Jahrestages haben wir eine wunderschöne Woche dort verbacht und die verschiedensten Stationen abgeklappert - aber sehr selbst und lasst euch mitnehmen auf eine magische Reise.

Direkt nach unserer Ankunft sind wir vom Flughafen aus nach Aix-en-Provence gefahren und haben dort den Tag verbracht. Wir sind durch die wunderschönen Gassen gelaufen und sind einen der empfohlenen Rundwege entlang geschlendert. Ein Herzenswunsch war außerdem das Atelier von Paul Cézanne zu besuchen, das auf dem Berg in Les Lauves gelegen ist.

Anschließend ging es abends dann zu unserem Airbnb nach Saint-Étienne-du-Grès, das war die teuerste Unterkunft unserer Reise, ich hatte sie aber schon sehr lange auf meiner Favoritenliste bei Airbnb. Und es hat sich so gelohnt - die Gastgeberin Carol und ihr Mann waren unglaublich freundlich und die Unterkunft ist ein privates Poolhaus mit allen Annehmlichkeiten in einem großzügigen Garten mit Pool. Wir waren von vorne bis hinten begeistert, das Frühstück am nächsten Morgen hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Abends sind wir einmal essen gegangen, ansonsten sind wir aber zum Supermarkt in der Nähe und haben ganz französisch Baguette, Käse, Wein, Trauben und frischen Schinken gekauft und in unserem Garten gegessen.

Den zweiten Tag haben wir damit verbracht die Provence und ihre tollen Städtchen zu erkunden. Gestartet sind wir in Gordes - eines der schönsten Dörfer Frankreichs, weiter ging es dann zur Abbaue Notre-Dame de Sénanque. Hier wollte ich mein erstes Lavendel-Feld fotografieren, die Enttäuschung war groß. Zu dieser Jahreszeit steht der Lavendel normalerweise in voller Blüte, da es dieses Jahr aber sehr lange kalt war, ist alles etwas später dran und die Blüten waren zwar schon ausgebildet, aber noch nicht offen. Schade, so etwas kann man eben nicht vorhersehen, aber die Provence hat Gott sei Dank noch viel mehr zu bieten, als nur Lavendelfelder, zum Beispiel das berühmte Sentier des Ocres bei Roussillon - für Fotografen ein Traum!

Da unsere Unterkunft gleich in der Nähe von Arles war, haben wir beschlossen das Städtchen auf unserem Weg in die Provence zu erkunden. Das hatte sich aber ehrlich gesagt schnell erledigt, nach den wunderschönen Städtchen zuvor fanden wir Arles ehrlich gesagt trist und umcharmant und sind relativ schnell weitergezogen. Den Rest des Tages haben wir dann in der Camargue verbracht, auf der Jagd nach Flamingos und Wildpferden und hatten mit beidem Glück. Lediglich die berühmten Ochsen habe ich nicht vor die Linse bekommen. Auf dem Heimweg haben wir im Vorbeifahren noch das Kloster Abbaye Montmajour entdeckt und haben es besichtigt - eine beeindruckende Klosteranlage mit langer Historie.

Saint Tropez - leider, leider, leider sind wir hier nur auf der Durchreise vorbeigekommen und haben uns das berühmte Städtchen auf dem Weg nach Cannes angesehen. Wenn wir vorher gewusst hätten, wie schön es ist, hätten wir uns dort ein Hotel gesucht. Wir waren überrascht, wie wunderschön und überhaupt nicht überlaufen es war und hätten dort noch Stunden verbringen können. Es steht definitiv auf unserer Wunschliste, hier nochmal ein paar Tage in Saint Tropez direkt zu verbringen.

Cannes hat uns bei unserer Ankunft ehrlich gesagt ein wenig erschlagen, wir hatten es uns anders vorgestellt. Unser Hotel war klein aber fein und sehr gut gelegen, in 5 Minuten war man im schönen, alten Stadtkern. Wir wollten die Zeit in Cannes eigentlich nutzen, um uns auch einen Tag an den Strand zu legen. Die "Beach Clubs" waren aber allesamt so unverschämt teuer, dass wir uns dagegen entschieden haben und notgedrungen dann eben doch zwei Tage lang die Stadt erkundet haben - es war trotzdem schön! Die Preise sind hier schon gesalzen, wir haben am ersten Abend aber einen Glücksgriff gemacht und ein kleines süßes Restaurant in einer Nebengasse mit einer unfassbar aufgedrehten Kellnerin gefunden. Hier haben wir Wein getrunken und die besten Spaghetti mit Muscheln gegessen, die ich je hatte - und das Ganze für 30 Euro zu zweit inkl. Schnaps aufs Haus. Wenn ihr also in Cannes seid - esst unbedingt im La Farigoule.

Da wir nicht noch einen Tag in der Stadt verbringen wollten, sind wir anschließend nach Gasse gefahren, das ist die Parfum-Hauptstadt Frankreichs. Dort haben wir einen Workshop gemacht, in dem wir jeweils unser eigenes Parfum gemischt haben - ein wirklich tolles Erlebnis. Anschließend sind wir durch die Berge gefahren und haben uns auf den Weg zur Verden-Schlucht gemacht, die wir unbedingt sehen wollten. Eine aufregende und kurvenreiche Anfahrt, die aber wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Rückblickend war das definitiv einer der schönsten Tage in unserem Urlaub - vor allem Sven hat dieser Ausflug richtig gut gefallen, auch wenn wir dafür dann erst ganz spät in Nizza angekommen sind.

In Nizza angekommen waren wir erstmal ehrlich gesagt schockiert. Wir fanden die Stadt furchtbar hässlich und dreckig und wären am liebsten zurück gefahren nach Saint Tropez. Allerdings hatten wir ein sehr gemütliches, typisch französisches Airbnb bei einem deutsch-französischen Ehepaar und als wir am nächsten Morgen ein fürstliches Frühstück mit selbst gebackenem Brioche, hausgemachten Marmeladen und allerlei Köstlichkeiten genießen durften, haben wir beschlossen Nizza eine Chance zu geben. Wir haben also die Stadt erkundet, uns aber Nachmittags trotzdem in den traumhaften Stadtgarten unseres Airbnbs gelegt und die Sonne und Ruhe genossen. Zu guter Letzt haben wir an unserem letzten Urlaubstag noch einen Ausflug nach Monaco gemacht. Wenn man schon da ist, dann nimmt man das auch noch mit haben wir uns gedacht. Die Altstadt war zwar wunderschön und auch hier haben wir zu normalen Preisen sehr gut gegessen, aber der ganze Hype der immer um Monte-Carlo gemacht wird, ist uns unverständlich.

Fazit unserer Reise: Eine Woche war viel zu kurz, wir hätten noch so viele weitere tolle Städtchen und Orte anschauen können und hätten entlang der Cote d'Azur am liebsten einfach irgendwo angehalten und Zeit dort verbracht. Außerdem haben wir im Nachhinein zu viel Zeit in den Städten verbracht, es war zwar wunderschön und wir haben viel gesehen, aber das Hinterland und die Natur hat uns deutlich besser gefallen.

Falls ihr Tipps braucht und jetzt gleich selbst eure Südfrankreich-Reise planen möchtet, dann meldet euch doch einfach! :)