Viele Kunden überrascht es zu hören, dass ich nicht den klassischen Weg mit Fotografen-Ausbildung oder Fotografie-Studium gegangen bin. Falls ihr es bis jetzt noch nicht wusstet, here it is: Ich bin keine ausgebildete Fotografin. Ich kommuniziere das auch im ersten Kennenlernen-Gespräch ganz offen und ehrlich, wenn jemand gerne einen Fotografen mit Brief und Siegel möchte, dann bin ich die Falsche für den Job (und das ist völlig okay)!

Aber das war nicht immer so, hat lange Zeit an mir genagt und mich verunsichert - darf ich mich überhaupt Fotografin nennen? Darf ich meine Fotos überhaupt als Dienstleistung verkaufen und Geld dafür verlangen? Es fühlt sich falsch an, denn ich habe ja kein Zeugnis dafür. So waren sehr, sehr lange meine Gedankengänge und auch heute noch packen mich manchmal die Zweifel. Deswegen hat es letztendlich auch bis zum Anfang diesen Jahres gedauert, bis ich mein Gewerbe offiziell angemeldet und mir eine Webseite gebaut habe.

Was hat sich seitdem geändert?

Ich habe in meinem Versuch mich selbst von meiner Kompetenz zu überzeugen viele Workshops bei und mit anderen Fotografen besucht. Vor allem natürlich bei denen, die ich auf Instagram schon lange bewundere und als Vorbilder sehe. Und wisst ihr, was ich da vor allem gelernt habe? Diejenigen, die tatsächlich eine offizielle Ausbildung absolviert haben sind absolut in der Unterzahl und einige von den "richtigen" Fotografen haben mir erzählt, dass sie die Ausbildung nicht noch einmal machen würden, denn das, was sie für die Hochzeitsfotografie brauchen, haben sie "on the Job" gelernt. Natürlich haben sie viel Theorie und Technik zusätzlich erlernt, aber die meisten haben mir von einem tristen Studio-Alltag mit Passbildern berichtet, den sie nicht weniger hätten mögen können.

Herzblut, Engagement und Selbstdisziplin

Heute sehe ich mich selbst und meine Entwicklung deswegen in einem anderen Licht: Ich musste mir alles erarbeiten, meine Ausbildung hat nicht nur drei Jahre gedauert, sondern geht bereits seit sechs Jahren und ist noch lange nicht zu Ende. Ich habe viele Kurse belegt, viel geübt und auch eine Menge Geld ausgegeben, um von anderen etwas Neues zu lernen wenn ich selbst nicht mehr weitergekommen bin. Es ist doch heutzutage oft so, dass Menschen als "Quereinsteiger" etwas beginnen, letztendlich wahnsinnige Erfolge feiern und manchmal sogar mehr erreichen, als die, die es gelernt haben. Den Unterschied macht meiner Ansicht nach einzig und allein, wie viel Herzblut man in die Sache steckt und ob man dafür brennt, nicht, ob man ein Zeugnis oder einen Titel dafür hat.

“Wer sich hohe Ziele setzt und scheitert, wird mehr erreicht haben als jemand, der sich kleine Ziele setzt und sie erreicht.”


Was ich euch also mitgeben möchte

Sorry, für die harten Worte, aber scheißt drauf, was ihr gelernt habt oder was von euch erwartet wird. Wenn es euch keinen Spaß macht und euer Leben nicht (mehr) bereichert, dann sucht euch etwas Neues! Menschen sind nicht statisch, wir sind dafür gemacht uns weiterzuentwickeln und zu wachsen. Ich sage nicht, dass ihr alles stehen und liegen lassen , euren Job kündigen und euch als Yoga-Trainer selbständig machen sollt, bitte nicht falsch verstehen. Ich sage sucht euch eure Leidenschaft, baut aus einem scheinbar unerreichbaren Traum eine Vision und fangt an daran zu arbeiten. Es wird euch beflügeln etwas für euch selbst zu tun, das kann ich euch garantieren!