Er hat es getan - langersehnt und trotzdem völlig unerwartet hat Sven mir Anfang Juni in unserem Gardasee-Urlaub einen Antrag gemacht. Wie er es gemacht hat, was Corona damit zu tun hatte und warum der Ort uns beiden so viel bedeutet, lest ihr hier. Am Besten schenkt ihr euch an dieser Stelle ein Glas Sekt ein, damit ihr schon mal auf uns trinken könnt!

Es war ein normaler Samstag am Gardasee

Den Samstag am Gardasee haben wir ganz traditionell mit einem Frühstück im Ort begonnen und sind dann gemeinsam über den Wochenmarkt gelaufen - natürlich mit Desinfektionsmittel, Mundschutz und Abstand, dennoch fühlte es sich wie ein wunderbarer, normaler Urlaubstag an. So gestaltet sich normalerweise immer der Samstagmorgen und wir haben alle das schöne Wetter genossen.

Der eigentliche Reisezweck war aber nicht primär die Erholung, sondern die Fertigstellung unserer Ferienwohnung in Caprino, die meine Eltern mit dem finalen Notartermin am Freitag zuvor gekauft hatten. Daher waren wir am Vortag auch im wunderschönen Verona unterwegs, aber dazu in einem anderen Post mehr. Dabei waren daher meine Eltern und auch mein lieber Onkel Knut und es war ein wildes langes Wochenende mit viel Arbeit und auch ein wenig Chaos: Bei Ankunft hatten wir immer noch weder Strom noch Gas in der Wohnung (offizieller Fertigstellungstermin war bereits Anfang Februar) - die Italiener sehen das ja eher entspannt. Also hieß es kalt duschen und Kerzenlicht, bevor wir am Donnerstag endlich den Elektriker für uns gewinnen konnten.

Am Samstag nach Frühstück und Marktbesuch war ich ehrlich gesagt mies gelaunt. Es hat mich genervt, dass wir irgendwie einfach nicht voran gekommen sind, nichts wurde so richtig fertig und dank der nicht vorhandenen Organisation seitens des italienischen Architekten, mussten wir ständig wieder an Ecken ran und Dreck und Staub an Stellen verursachen, die eigentlich schon fertig waren. Nach einiger Zeit kündigte Sven an, er wolle heute unbedingt an den See fahren und in San Vigilio ein Eis essen - ich war natürlich Feuer und Flamme, ohne zu wissen, was er plante. Wer sagt bei der Aussicht auf Eis schon nein?

Wer von euch den Gardasee oder San Vigilio nicht kennt, dem kann ich eine Reise wirklich nur ans Herz legen, ich mache bald mal einen schönen Post dazu für euch. San Vigilio ist eine kleine Landzunge nördlich von Garda mit einer wunderschönen Villa und einem kleinen Restaurant, das Tische und Stühle entlang eines Stegs in den See aufgestellt hat. Die Prominenz fährt dort direkt mit dem Boot vor, wir bevorzugen Auto oder Roller und laufen dann das kleine Stück zum See, ein schöner Spaziergang. Es ist dekadent und exklusiv dort, ein Eisbecher kostet 16 Euro und sicherlich ist es nicht Jedermanns Sache. Für uns ist es aber in jedem Urlaub Pflichtprogramm und so machten wir uns auf den Weg. Es ist einfach wunderschön dort zu sitzen, die ankommenden Yachten und Riva-Boote zu betrachten und einen schönen Tag direkt am See mit Wein, Spritz Aperol und Eis zu genießen.

Schock für Sven: San Vigilio geschlossen!

Und dann der Schock - das Restaurant und der Park waren wegen Corona geschlossen. Ich fand es einfach schade, da ich es dort sehr gerne mag, ahnte aber nichts von der kurzen Panik, die Sven befiel, denn sein ganzer Plan drohte ins Wasser zu fallen.

Wir beschlossen also nach Garda direkt zu fahren, dort konnte man ja schließlich auch schön Eis essen und ich wollte die Gelegenheit nutzen, um noch ein wenig durch die Gassen zu bummeln. Gesagt, getan und schon schlenderten wir am Hafen entlang in Richtung Boulevard und haben es total genossen, wie wenig Menschen dort waren. Der Gardasee ist ein sehr beliebtes Reiseziel nicht nur bei uns Deutschen und zu dieser Jahreszeit normalerweise gestopft voll (was seinem Charme aber keinen Abriss tut). Wir suchten uns also ein schönes Café und dann hieß es Eis essen. Ich kann euch eins sagen, es war unfassbar lecker und Sven's Eisbecher war so groß, dass ich ihn über den Tisch gar nicht mehr sehen konnte. Meine schlechte Laune war verflogen und wir genossen diesen perfekten Urlaubstag.

Garda von seiner schönsten Seite

Nachdem wir also unsere Eisbecher verschlungen hatten, liefen wir noch ein wenig durch den Ort. Dabei schauten wir einer Weile einem Künstler zu, der ein großformatiges Panorama Bild am Hafen anfertigte, kauften zwei Ledergürtel für meinen Onkel und schlussendlich auch noch eine Butterdose im Keramikladen. Wir wollten schon in den vergangenen Urlauben eine schöne, italienisch bemalte Dose kaufen, sind aber nie dazu gekommen. Ich ahnte es zwar noch nicht, aber diese Butterdose mit handbemalten Zitronen wird mich für immer an diesen Tag erinnern.

Nach diesem Kauf wollte ich also wieder Richtung Auto durch die Gassen zurückgehen, als Sven sagte, er würde gerne wieder am See entlang zurück laufen. Ich dachte mir nichts dabei, denn es war ein wirklich schöner Tag, kaum was los und so liefen wir Arm in Arm den Boulevard entlang. Ganz am Ende schlug Sven vor, dass wir uns doch noch ein wenig ins Gras setzen und den Seeblick genießen könnten und so taten wir das im Schatten eines großen Baumes mit freiem Blick auf den ganzen See.

Und Dann - hat er gefragt!

Ich saß in seinem Arm, wir haben uns unterhalten und nach ein paar Minuten hat er mich dann komplett überrascht und mir die Frage aller Fragen gestellt. Was wir genau gesprochen haben, bleibt unser Geheimnis, ihr müsst ja nicht alles wissen! Fakt ist, dass wir auch viel gelacht haben und Sven immer noch schmunzeln muss, wenn er an unser Gespräch kurz vor der Frage denkt. Nachdem er die Frage gestellt hatte, konnte ich es ehrlich gesagt nicht glauben und kann mich kaum noch daran erinnern, was ich genau gesagt habe und was passiert ist. Es ging so schnell und war so schön, dass ich einfach überwältigt war. Einige Tränen waren in jedem Fall involviert, soviel könnt ihr euch bei mir ja schon denken. Es muss glaube ich nicht extra erwähnt werden, dass ich natürlich "JA" gesagt habe, aber der Vollständigkeit halber: Ich habe zugestimmt und so haben wir uns offiziell verlobt - ich kann es bis heute noch nicht richtig glauben!

Sekt, Sekt, Sekt und viele Glückwünsche!

Nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte, machten wir uns auf den Rückweg zur Wohnung und kauften unterwegs noch einen Sekt. Wir verkündeten die frohe Botschaft meinen Eltern und meinem Onkel und haben ausgiebig zusammen angestoßen. Die erste kleine Feier auf der Terrasse der nagelneuen Wohnung, ein gelungener Einstand! Anschließend riefen wir die engste Familie an und teilten unser Glück, es war einfach so schön!

Abends hatten meine Eltern schon in einem unserer Lieblingsrestaurants reserviert - als hätten sie's geahnt! Wir verbrachten den Abend dort bei gutem Essen und beobachteten ein langes, heftiges Gewitter mit strömendem Regen vom Berg aus mit Blick auf den See. Falls ihr mal vor Ort seid, können wir die Trattoria Loncrino in Albisano nur empfehlen, man spricht dort Deutsch und es ist ein Geheimtipp, daher bitte immer vorher reservieren - ach und lasst euch von dem sehr schmalen Zufahrtsweg nicht abschrecken!

Wir genossen also einen wunderbaren Abend mit meinen Eltern und meinem Onkel und beschlossen so diesen einmaligen, außergewöhnlichen Tag, der so gewöhnlich begonnen hatte. Sven hätte mir keine größere Freude machen können und ich bin einfach überglücklich.

Der Ring und ein magischer Ort

Sven hat es wirklich geschafft, mich komplett im Dunkeln zu lassen und ich habe vorab überhaupt nicht mitbekommen oder geahnt, dass er einen Ring gekauft haben könnte. Er hat ein unfassbar schönes Exemplar gewählt, das wirklich einfach ganz perfekt zu mir und uns passt und meinen Stil genau trifft. Er hätte wirklich keinen schöneren wählen können und auch die Größe passt absolut perfekt! Das hat mir einmal mehr gezeigt, wie gut er mich kennt und auch, wie wichtig ich ihm bin. Ich kann euch keinen Hersteller oder Details sagen, kann euch aber verraten, dass er den Ring bei amano jewels in Nürnberg gekauft hat, einer meiner absoluten Lieblingsläden für Schmuck!

Dass er als Ort den Gardasee gewählt hat, ist wirklich etwas ganz, ganz Besonderes. Ich liebe den Gardasee und er gehört schon seit vielen, vielen Jahren fest zu meinem Leben, mein allererster Urlaub als sechs Wochen altes Baby war schon am Gardasee. Ich verbinde mit diesem Ort wunderbare Stunden, erinnere mich an tolle Zeiten mit Menschen, die diese Welt bereits verlassen mussten und vor allem fühle ich mich hier Zuhause - ich kenn jede Gasse, jeden Winkel, fahre hier immer ohne Navi und wenn ich nicht in Deutschland leben würde, dann mit Sicherheit hier. Sven hat sich auch in die Region und das Leben hier verliebt und seid wir zusammen sind, hat auch er eine besondere Bindung "zum See" aufgebaut und wir konnten schon viele gemeinsame Erinnerungen dort schaffen.

Auch wenn es in San Vigilio wunderschön gewesen wäre, so war es gar nicht schlimm, dass Sven improvisieren musste und mir schließlich in Garda selbst den Antrag gemacht hat, es hätte so oder so nicht schöner sein können. Italien ist nicht nur wegen der Historie und wegen unserer gemeinsamen Urlaube ein besonderer Ort für uns, sondern auch, weil wir davon träumen uns im Alter irgendwann dort nieder zu lassen. Sven's (und mein) Traum ist es irgendwann ein kleines Bed & Breakfast dort zu eröffnen, wo Sven einmal die Woche die Gäste mit seinen Künsten bekochen kann und uns unsere vielen Kinder und Enkelkinder dann besuchen kommen.

Ich freue mich also deswegen noch umso mehr, dass Sven diesen für uns so magischen Ort für unsere Verlobung gewählt hat.

Das Gefühl danach

Ich weiß nicht, ob es allen frisch Verlobten so geht, aber ich persönlich kann es einfach gar nicht glauben. Es fühlt sich noch so unecht an und ich fühle mich so unfassbar besonders. Sven hat mir mit seinem Antrag das größte Geschenk gemacht - auch wenn ich vorher schon ungeduldig war und er viele, viele Anspielungen ertragen musste, ich hätte nie gedacht, dass ich mich danach so fühlen würde. Diese Bedeutung, dass ein Mensch wirklich bereit ist den Rest seines Lebens mit mir zu teilen, meine schlimmen Tage und meine Fehler zu ertragen und zu wissen, dass er mich wirklich so sehr liebt und vor allem genau so, wie ich bin - ich kann meine Dankbarkeit und meine Liebe für ihn gar nicht ausreichend in Worte fassen.

Ich glaube, es wird mir die nächsten paar Wochen noch so gehen und ich hoffe, ich kann mir ein wenig von diesem Gefühl für immer aufbewahren, denn so etas spürt man (hoffentlich) nur einmal im Leben. Jetzt geht es natürlich für uns auch an die Planungen unserer Hochzeit, wir wollen uns allerdings noch Zeit lassen - ich halte euch auf dem Laufenden!

Vor zwei Jahren noch hätte ich nie, nie, nie gedacht, dass ich heute hier stehen würde. Mit einem Verlobten an meiner Seite, den ich unfassbar liebe und mit dem ich gerade ein Grundstück gekauft habe. Wir bauen uns gemeinsam unseren Traum auf und an diesem Ort und trotz dieser Zeit kann ich aus vollen Herzen sagen - ich kann mich nicht erinnern jemals glücklicher gewesen zu sein!