Venedig ist für viele ein absolutes Top-Reiseziel auf ihrer Bucket List. Die Besucher reisen von fernen Ländern an, um die schöne Stadt mit ihren berühmten Wasserstraßen, Brücken und Kirchen zu bestaunen. Ich nehme euch heute mit auf eine kleine Erkundungstour, wenn wir aktuell schon nicht verreisen können. Also, lehnt euch zurück und lest hier, warum ich Venedig erst bei meinem dritten oder vierten Besuch richtig zu schätzen gelernt habe - viel Spaß!

Anreise Tipps

Ihr könnt recht easy mit den Zug nach Venedig wenn ihr möchtet, bequemer ist allerdings die Variante per Auto, lasst euch nicht von den Parkpreisen abschrecken, wir fahren immer mit dem Auto. Der Geheimtipp ist hier eine kleine, unscheinbare Garage, die man nie finden würde wenn man sie nicht kennt. Ins Navi gebt ihr am Besten den "Piazzale Roma 467" in Venedig ein und haltet Ausschau nach einem gelben Infostand (rechts geht es in die Garage San Marco, da wollt ihr nicht rein). Direkt dahinter gehts einen kleinen Berg runter und da fahrt ihr hin, an der Hauswand steht "Autopark Ca' Doge". Dort begrüßt euch direkt jemand, gibt euch eine Parkkarte und verlangt im Gegenzug eure Schlüssel. Ja, die müsst ihr abgeben - besonders für uns Deutsche sehr gewöhnungsbedürftig, aber wenn ihr euch darauf einlasst, habt ihr einen Premium-Parkplatz für verhältnismäßig kleines Geld und spart euch noch eine teure Bootsfahrt mit der Fähre.

Das ist auch schon der nächste Tipp, wenn ihr dann über den Platz Richtung Wasser lauft, spart euch das Geld für eine Bootstour ins Zentrum. Folgt stattdessen den Beschilderungen "San Marco" (= Markusplatz) und ihr werdet nach ca. 30 - 40 Minuten vor der berühmten Kathedrale stehen. Warum ihr unbedingt den Fußmarsch auf euch nehmen solltet, seht ihr hier:

Macht bitte nicht den Fehler und lauft mit einem Reiseführer durch Venedig, packt ihn in die Tasche und lasst euch treiben! Nur so könnt ihr das besondere Charisma dieser Stadt entdecken und werdet auch abseits der Touri-Massen landen. Als ich die ersten zwei Male in Venedig war habe ich nur zielstrebig bestimmte Punkte gesucht. Das führt in den kleinen Gassen zu Frust, Verzweiflung und ist einfach nur anstrengend. Ihr schaut dann nämlich die ganze Zeit nur auf euer Handy oder den Stadtplan und nehmt die wunderbaren Ecken um euch herum gar nicht wahr. #unpluggedtravel ist sozusagen das Motto.

Experten-Tipp: Nicht den Massen nachrennen und euch drei Stunden vor dem Markusdom Schlage stehen , nur um einen Blick hinein zu werfen. Venedig hat hunderte, wunderschöne Kirchen, die zum Großteil kostenlos für euch offen sind. Diese sind mindestens genauso schön und in den ruhigeren Gassen habt ihr sie oft ganz für euch alleine. Vor allem wenn ihr vielleicht nur einen Tagesausflug macht, dann verschwendet eure Zeit nicht mit Anstehen, sondern entdeckt lieber verlassenere Stadtteile oder macht Dinge, die nicht jeder Touri auf seiner ToDo-Liste stehen hat.

Jetzt habt ihr den obigen Absatz sicher gelesen und fragt euch, was ich damit genau meine, richtig? Im Folgenden habe ich euch mal den Tagesablauf für einen perfekten Tag in Venedig zusammengestellt und ein paar Ideen gesammelt, was ihr vor Ort machen könnt:

  • Anreise per Auto und gemütlicher Fußmarsch vom Piazzale Roma Richtung Makusdom
  • Unterwegs 2-3 mal abbiegen und unbekanntere Gassen erforschen, ein Eis naschen, eine schöne kleine Kirche bestaunen
  • Vielleicht nicht den direkten Weg zum Markusplatz nehmen, sondern einen Umweg über die berühmte Rialto-Brücke machen und in der Naranzaria einen Spritz Aperol am Wasser trinken und ein paar Snacks schnabulieren
  • Unterwegs stolpert ihr früher oder später auch über die berühmten Shopping-Meilen in Venedig, shoppt euch aber bitte nicht tot. Ihr müsst alles mit euch rumtragen und meiner Ansicht nach gibt es andere Städte (Verona), die sich besser zum shoppen eignen
  • Am Markusplatz angekommen habt ihr entweder Glück und könnt den Dom und den Platz in Ruhe bestaunen, oder ihr werdet von den Massen überrannt, falls dem so ist, lauft einfach über den Platz vor in Richtung "Gefängnis"
  • Nehmt die Fähre vom Steg San Marco - San Zaccaria für ca. 6 Euro pro Person und setzt über zur Kirche San Giorgio Maggiore. Der Eintritt kostet noch einmal 6 Euro pro Person und ihr könnt eine wunderschöne Kirche ohne viele Touristen bestaunen, könnt auf den wunderschönen Turm hoch und habt von da aus einen fantastischen Blick auf Venedig (s. Titelbild dieses Posts)
  • Nutzt das öffentliche Boottaxi, der Einheimischen für 2-3 Euro pro Fahrt, Tageskarte lohnt sich wenn ihr öfter fahren wollt
  • Macht euch auf den Weg in Richtung "Akademie" und sucht euch dort in den Gassen ein schönes Restaurant zum Essen

Also, wen jetzt das Reisefieber gepackt hat, für den habe ich gute Neuigkeiten: Sehr, sehr viele Gassen und Kirchen sind auch auf Google Maps in Liveview zu bestaunen, macht doch eine virtuelle Reise durch Venedig und träumt schon mal davon, dort zu sein!

Venedig wird es übrigens noch eine Weile geben, auch wenn die Gerüchte kursieren, die Stadt wird bald untergehen. Ihr solltet aber vielleicht keine 30 Jahre mehr warten, um dort hin zu fahren. Falls ihr noch weitere Tipps benötigt oder noch Fragen habt, meldet euch gerne. Ich hoffe sehr, ich konnte euch den Corona-Alltag ein wenig versüßen.