Eure Hochzeit. Ein einmaliges Erlebnis. Ein Tag wie kein anderer und Momente, die nicht wiederholt werden können. Genau da liegt der sprichwörtliche Hund begraben, denn als Fotograf trägt man eine unheimlich große Verantwortung. Nicht nur in dem Sinne, dass man vor Ort alle wichtigen Momente dokumentiert und nichts verpasst, sondern vor allem auch in der Vorbereitung.

Es ist ein Tabu-Thema, aber ich spreche es genau deswegen bei jedem Kennenlernen-Gespräch an: Ich bin auch nur ein Mensch - soll heißen Shit happens! Ich kann in der Woche vor eurer Hochzeit wie jeder andere auch umknicken und mir den Fuß brechen, kann mit Magen-Darm im Bett liegen, Gott bewahre einen Unfall haben oder aus sonstigen Gründen ausfallen. Das ist scheiße, ist aber die Realität, der man sich stellen muss und kein selbständiger Fotograf kommt darum herum, irgendwann in seiner beruflichen Karriere in genau so einer Situation zu stecken. Die folgende Geschichte von meinem Brautpaar Nadine & Marco soll euch als kleine Anekdote dienen. Ganz am Ende könnt ihr dann nachlesen, warum ihr mich ohne Bedenken buchen könnt und ich euch nicht im Stich lasse, komme was wolle.

Ihr seht hier ein paar Bilder von dem Paarshooting mit Nadine & Marco bei ihrer Hochzeit im Mai 2019 in Fürth. Es war eines meiner absoluten Lieblingsshootings der vergangenen Saison und ich habe die Zeit mit den beiden sehr genossen. Was ihr auf den Fotos (Gott sei Dank) nicht seht, ist, dass wir uns zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade einmal fünf Minuten kannten. Na, hättet ihr's gedacht?

Es war ein sonniger, total schöner Samstag Mittag im Mai und Sven und ich standen gerade beim Kartoffel schälen in der Küche, denn wir hatten abends seine Eltern zum Grillen eingeladen. Auf einmal klingelt mein Handy und die liebe Anna von Wortreich ist dran:

Hi Julia, Anna hier - ich steh gerade in Fürth bei einer Hochzeit und habe soeben ein Paar getraut. Die Fotografin hatte auf dem Hinweg einen Unfall - kannst du kommen?

Anna ist eine ganz liebe Traurednerin, mit der ich kurz zuvor Kontakt aufgenommen hatte, um mein Netzwerk zu erweitern. Erste Reaktion - Schock. Ähm ja, klar. Ich habe nochmal aufgelegt, kurz den Akkustand meines Equipments gecheckt und dann nochmal angerufen und Bescheid gesagt, dass ich in ca. 45 Minuten da sein kann. Los geht's!

Ich kam also in der Location in Fürth (Altes Forsthaus) an und begrüßte ein überglückliches Paar, das nur so von Dankbarkeit und Freude über mein Dasein gestrahlt hat - das nenne ich mal ein herzliches Willkommen. Die beiden hatten an diesem Tag schon genügend durchgemacht, daher hatte ich mir vorgenommen ihnen die Sorge bezüglich des Honorars abzunehmen. "Es ist eure Hochzeitstag, ich bin einfach so lange da, wie ihr möchtet und alles andere regeln wir danach, wir finden schon eine Einigung." Das war mir ganz wichtig und die beiden waren unheimlich erleichtert. Das Eis war gebrochen und wir sind direkt los zum Paarshooting.

Anschließend habe ich mich einfach unter die Gäste gemischt und versucht noch alles festzuhalten, was ich sonst auf einer Hochzeit an "Safe Shots" sammle - dazu schreibe ich bei Gelegenheit auch noch einen Blog-Post. Besonders schön war die ausgelassene Stimmung bei den Gästen und die große Bereitschaft für Gruppenfotos - das hat mir mal wieder richtig Spaß gemacht und es sind tolle Aufnahmen entstanden.

Was lernen wir also daraus? Sucht euch professionelle Dienstleister! Egal in welchem Bereich, verlasst euch an eurem großen Tag auf Profis, die zumindest in ihrer Region ein lokales Netzwerk haben - genau das hat den beiden letztendlich ihren großen Tag gerettet. Sie selbst hatten schon vor der Trauung vergeblich versucht einen anderen Fotografen zu finden, ihre Traurednerin Anna hat dann ein paar bekannte Fotografinnen angerufen und glücklicherweise konnte ich einspringen.

“Wer mich bucht, der bucht mein Netzwerk - eine Community aus Gleichgesinnten mit einem gemeinsamen Ziel: Glückliche Kunden.”


Was ich in einem solchen Fall tun kann

Auch ich bin nur ein Mensch - Gott bewahre, aber so eine Situation kann mir auch passieren, Unfälle sind nicht planbar, passieren nicht mit Absicht und oft unverschuldet, aber wenn es so kommt, dann trennt sich hier die Spreu vom Weizen.

Gesetzt dem Falle ich kann euren großen Tag wegen außergewöhnlicher Umstände nicht begleiten und den Auftrag nicht durchführen, so habe ich ein großes Netzwerk mit zahlreichen Fotografinnen lokal, regional und zum Teil in ganz Deutschland, mit denen ich mich oft austausche. Ich bin zum Beispiel Teil der Let's Create Community - einem Co-Working Space für Hochzeitsdienstleister und dank Wedding Meet-Ups und Workshops mit einigen Kolleginnen bekannt und/oder befreundet.

Ein fettes Danke an meine tollen Kolleginnen und Kollegen - eine geilere Branche gibt es einfach nicht!

Das ist auch das tolle an meiner Berufung Fotograf - selten dufte ich bisher eine Branche mit so wenig Konkurrenzdenken erleben und das, obwohl es gerade Hochzeitsfotografen wie Sand am Meer gibt. Aber irgendwie findet eben doch jeder seine Nische und jeder einzelne von uns macht es, weil es seine große Leidenschaft ist. Und genau das merkt man, denn gegenseitige Unterstützung wird hier groß geschrieben, wir lernen von einander, helfen uns aus und sorgen so letztendlich dafür, dass unsere Kunden am Ende glücklicher sind.

Kundenmeinung

Kundenmeinung

“Da unsere gebuchte Fotografin einen Autounfall auf den Weg zu uns hatte ist Julia ganz spontan eingesprungen. Ohne Vorgespräch oder überhaupt ein Kennenlernen haben wir uns bei ihr sofort total wohl und gut aufgehoben gefühlt!! Wir waren sooo dankbar, dass Julia kam und fotografiert hat!
Wir sind sehr glücklich, dass Julia und an unserem schönsten Tag begleitet hat, es hätte uns nicht besser treffen können.”

Und was sagt eigentlich mein Brautpaar zu meiner Arbeit? Konnten wir uns am Ende auch finanziell einigen? Ja, natürlich konnten wir das, beide Seiten sind glaube ich happy und haben tolle Erinnerungen an diesen Tag. Ich für meinen Teil bin wieder eine Erfahrung reicher und weiß jetzt, dass ich eine Hochzeit auch Last Minute und ohne jegliche Vorbereitung rocken kann. Für die beiden habe ich außerdem noch einige weitere Fotos in meinem Stil bearbeitet, die Freunde und Bekannte während der Trauung gemacht haben - ich wurde ja erst als Ersatz hinzugezogen, als diese schon vorbei war.

Was möchte ich euch nun am Ende noch mitgeben? Lass euch nicht aus der Ruhe bringen, Nadine & Marco waren beide trotz der widrigen Umstände echt entspannt und haben sich davon ihren Tag nicht vermiesen lassen - dafür großen Respekt an die beiden, ich weiß nicht, ob ich das in der Situation so gut gekonnt hätte. Ich denke aber, es ist genau der Grund dafür, warum sich letztlich alles zum Guten gewendet hat. Loslassen ist das Stichwort,