Es wird einmal wieder Zeit für eine kleine Reisereportage, findet ihr nicht? Ich nehme euch heute mit nach Island, dem Land der Mythen und Sagen, das für viele Fotografen ein absolutes Traum-Reiseziel ist. Für mich persönlich und mein Business hat Island eine ganz besondere Bedeutung, warum erfahrt ihr in dieser kleinen Geschichte.


Nachdem ich am Flughafen Keflavik angekommen war, stand direkt das erste Highlight an - ein Besuch in der Blauen Lagune. Die Meinungen sind hier geteilt, die einen sagen überteuert und touristisch überlaufen, die anderen sind hellauf begeistert. Ich kann nur sagen, es war der perfekte Start in den Urlaub, denn nach ein paar Stunden war ich absolut entspannt und das Wasser ist wirklich ein einmaliger Anblick. Wichtiger Tipp für eure Reiseplanung - sobald ihr wisst, wann ihr in Island seit, bucht direkt die Tickets für die Blaue Lagune, denn sie ist oft wochenlang im Voraus ausgebucht.

Auf Island sind die Straßenverhältnisse noch etwas anders als bei uns in Europa, Wind und Wetter kann man schnell unterschätzen und es gibt hunderte von Touristen, die jedes Jahr Unfälle haben, eingeschneit werden oder feststecken. Da ich alleine unterwegs war, wollte ich mich erst einmal mit der Umgebung und den Bedingungen vertraut machen und hatte daher für meinen ersten vollen Tag eine Tagestour zum sogenannten Golden Circle gebucht. Unser Tourguide Johannes war super nett, hat uns wahnsinnig viel über das Land, die Natur und die Kultur erzählt und uns sicher zu den schönsten Plätzen gebracht.

Bei unserer Tour haben wir unter anderem den Ort besucht, bei dem die europäische Platte auf die amerikanische trifft und man quasi auf zwei Kontinenten stehen kann. Geysire, die alle paar Minuten meterhohe kochend heiße Wassersäulen in die Luft schießen (hier zu sehen: Strokkur), einen wunderschönen Vulkansee, sowie Gullfoss: Einer der schönsten und berühmtesten Wasserfälle Islands.


Am nächsten Tag habe ich dann meinen Mietwagen entgegen genommen und mich auf die Reise entlang der Südküste Islands gemacht. Unterwegs habe ich an verschiedenen Sehenswürdigkeiten angehalten, zum Beispiel der Wasserfall Seljalandsfoss, hinter dem man (im Sommer) durchlaufen kann. Der Weg war komplett vereist und mir war es zu gefährlich, an diesem Tag komplett hinter den Wasserfall zu gehen. Ich war aber nah genug dran, um danach wie ein nasser Pudel auszusehen.

Auf dem Weg zum nächsten Wasserfall kommt man an dem berühmt-berüchtigten Vulkan vorbei, der 2010 den gesamten europäischen Flugverkehr lahm gelegt hat: Eyjafjallajökull - ich kann den Namen immer noch nicht richtig aussprechen.


Anschließend habe ich dann Skógafoss, den Waldwasserfall besucht. Er bildete einst die südliche Küstenlinie Islands, inzwischen ist das Meer jedoch gute 5 Kilometer davon entfernt und von dem "Wald" ist offensichtlich auch nicht mehr viel übrig.

Weiter ging es entlang wunderschöner Küstenstraßen und durch faszinierende Landschaften, zum Teil hat man das Gefühl, man fährt durch eine Mondlandschaft. Man überquert dabei euch zahlreiche einspurige Brücken, zum Teil mehrere Kilometer lang. Die Fahrt war so entspannend und beeindruckend, innerhalb von vier Stunden fährt man durch zahlreiche unterschiedliche Landschaften und kann sich eigentlich gar nicht satt sehen. Zuletzt konnte man noch das hellblaue Gletschereis zwischen den Vulkanen auslaufen sehen, bevor es zum letzten Tageshighlight ging.

Nun kam einer der Orte, auf den ich mich während meiner Reise am meisten gefreut habe: die Gletscherlagune Jökulsarlón. Dort werden riesige, abgebrochene Eisstücke des größten Gletschers Islands, Vatnajökull, angeschwemmt, ich hatte sogar Glück und habe zwei Robben gesehen.

Auf der anderen Seite der Lagune ist ein wunderschöner, schwarzer Sandstrand, wo die Eisstücke dann wieder angespült werden und nach und nach schmelzen. Warum dieser Strand wohl "Diamant Beach" genannt wird?

Für diese Nacht hatte ich mir einen Farm Stay gebucht, bin zum Abendessen nach Höfn gefahren, wo ich noch einen schönen Spaziergang durch den kleinen Hafen gemacht habe. Am nächsten Tag musste ich schon früh los, denn ich hatte eine Crystal Ice Cave Tour gebucht und musste abends wieder zurück in Reykjavik sein, um den Mietwagen abzugeben.

Diese Tour war jeden Cent wert, es war ein wirklich unfassbares Erlebnis und laut Tourguides voraussichtlich das letzte Jahr, in dem die Gletscherhöhle begehbar ist. Sie wurde neun Jahre zuvor entdeckt und der Eingang war mehr als 30 Meter hoch, inzwischen sind nur noch knapp 3 Meter Eingangshöhe übrig. Die Farben, die Reflektionen des Lichts - einfach schön, auch wenn natürlich einige Touren vor Ort waren und dementsprechend vergleichsweise viele Leute.

Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt habe ich noch einen letzten Stopp bei Reynisfjara eingelegt: Einer der berühmtesten Strände Islands. Zum einen wegen der ungewöhnlichen Steinkonstellationen, die laut Sagen Trollgräber sind und zum anderen wegen der extrem gefährlichen "Sneaker Waves", die jährlich zahlreichen Touristen das Leben kosten.

Nachdem ich meinen Mietwagen wieder abgegeben hatte, habe ich mich mit abends mit Jóhannes auf einen Drink getroffen und er hat mir Tipps gegeben, was ich mir in der Stadt noch alles ansehen sollte bevor es am nächsten Tag per Flugzeug in den Norden ging. Die letzten Tage meines Urlaubs auf Island wollte ich entspannt verbringen und habe mir ein wunderschönes Guesthous in Akureyri gebucht. Auf Skjaldarvik konnte ich dann nicht nur den Hot Tub und die wunderschöne Landschaft genießen, sondern auch noch einige Ausritte auf Islandpferden genießen.


Achja, und dann hatte ich auch noch unfassbares Glück und konnte an einem Abend die Nordlichter sehen. Es war zwar nur eine knappe viertel Stunde lang sichtbar, aber dafür umso magischer!

Als letztes Highlight dieser wunderschönen Reise habe ich mir dann noch einen Kindheitstraum erfüllt: Eine Huskyschlitten-Fahrt. Vorneweg - es war komplett anders, als ich es mir vorgestellt hatte und ich hätte nie gedacht, wie happy und aufgeregt diese wunderschönen Hunde waren.

Ich durfte eine Strecke von mehreren Kilometern mit meinen beiden Zughunden zurücklegen und auch wenn wir uns einmal samt Schlitten und Hunde in den Tiefschnee verabschiedet haben, war es eine unfassbar schöne Erfahrung und hat wahnsinnig Spaß gemacht!


Ich glaube die Bilder sprechen für sich und zeigen, wie happy ich war. :)

Das waren sie auch schon, meine sieben Tage auf Island. Was ich euch noch nicht verraten habe, ist warum diese Reise für mich so große Bedeutung hatte: Hier habe ich mich in die Fotografie verliebt. Wenn ihr genau hinschaut, dann seht ihr, dass viele Bilder technisch oder von der Komposition her noch nicht so professionell waren, wie meine anderen Reisereportagen. Hier hat für mich alles so richtig angefangen und ich habe begonnen, mich intensiv mit dem Fotografieren, der Technik dahinter, sowie Gestaltung und Komposition zu beschäftigen.


Also, wenn ihr gerade überlegt, was euer nächstes Reiseziel wird - ich kann Island von Herzen empfehlen und möchte dort unbedingt noch einmal mit Sven hinreisen. Leider braucht man dazu aber einen etwas größeren Geldbeutel, denn das Preisniveau auf der Insel ist sehr hoch. Nichtsdestotrotz sind diese Erinnerungen für mich gold wert und als ich gerade die Videos dazu angeschaut habe, wurde ich wieder erinnert, wie magisch und schön diese Reise doch war!