Das C-Wort ist in aller Munde und vor allem die Hochzeits- und Eventbranche ist davon besonders betroffen. Auch einige meiner Paare mussten die geplanten Feierlichkeiten verschieben oder umplanen. Heute erzähle ich euch von einer Hochzeit im Juli diesen Jahres, die zwar ganz anders ablief als geplant, dafür aber umso schöner war:


Carina & Christoph sind durch eine persönliche Empfehlung zu mir gekommen und haben mich für ihren großen Tag gebucht. Letztes Jahr im Sommer haben wir schon ein Verlobungsshooting im Sonnenuntergang gemacht, wodurch wir uns schon recht gut kennenlernen konnten. Zwei Wochen vor der Hochzeit mussten die beiden dann bedingt durch die aktuellen Auflagen die schwere Entscheidung treffen, ihre große Feier abzusagen. Stattdessen haben sie sich entschieden an dem geplanten Tag lediglich die standesamtliche Trauung im Familienkreis zu feiern und anschließend Zuhause im Garten noch im kleinen Rahmen ein Fest auszurichten. Ich nehme euch mit durch ihren Tag und erzähle euch, warum es vom Getting Ready bis zur Gartenfeier einfach nur einmalig war:

Gestartet habe ich meine Arbeit im Friseursalon von Christoph's Mama, die mit viel Herz und einigen Tränen die Brautfrisur gesteckt hat. Nachdem Carina dort auch von einer engen Freundin geschminkt wurde, ging es für mich erst einmal zum Bräutigam, wo ich auch überschwänglich begrüßt und wahnsinnig herzlich empfangen wurde. Es lag schon ein wenig Aufregung in der Luft, das war spürbar. Nachdem wir hier die Fotos im Kasten hatten, ging es für mich dann zu den beiden nach Hause, wo Carina Kleid, Schuhe und Schmuck anzog und die letzten Handgriffe machte. Eine so glückliche, strahlende Braut habe ich tatsächlich selten vor der Kamera, fast auf jedem Foto hat sie ein großes, herzliches und natürliches Lachen im Gesicht. Die Arbeit fühlt sich für mich gar nicht wie Arbeit an, so viel könnt ihr mir glauben!

Mini First Look mit Carina's Papa

Nachdem wir fertig waren, kamen auch schon die ersten Gäste an und wir inszenierten spontan einen Mini-First Look mit Carina's Papa, der seine Tochter nun das erste Mal im Brautkleid sah. Was für ein emotionaler Moment, den beide in vollen Zügen genossen und sogar ein paar Freudentränen vergossen haben. Anschließend kam dann auch der Bräutigam an und auch hier inszenierten wir den ersten Moment der beiden. Was ihr auf den Fotos nicht sehen könnt, ist das sämtliche Gäste sich auf der Straße versammelt hatten und live miterleben konnten, wie die beiden sich um die Hausecke herum das erste Mal sahen und begrüßten. Es wurde gejubelt, gelacht und die Freude und Emotion in der Luft werde ich lange nicht mehr vergessen.

Weiter ging es also zum Standesamt, das von den Beiden aus fast fußläufig erreichbar war. Der Saal war wunderschön aufgeteilt, sodass alle Gäste ausreichend Platz fanden und die Abstände eingehalten werden konnten. Der Bürgermeister höchstselbst nahm die Trauung vor und man spürte einfach die persönliche Verbundenheit zu ihrem Ort und "dass man sich eben kennt". Anschließend gab es im Standesamt selbst noch einen kleinen Sektempfang und heitere Unterhaltungen, bevor draußen die erste Überraschung auf die beiden wartete: Zahlreiche Freunde und Bekannte, die eigentlich bei der großen Feier dabei gewesen wären, sowie der örtliche Fußballverein hatten sich vorm Standesamt versammelt und standen Spalier. Die Braut musste ein Tor schießen, der Bräutigam auch (aber unter erschwerten Bedingungen mit einem Luftballon), es wurden die ersten Schnäpse verteil und am Ende wartete noch das traditionelle Herz zum Ausschneiden auf die Beiden.

Nachdem also der offizielle Teil des Tages vorbei war, traf man sich zu einem kleinen Sektempfang und Häppchen wieder bei den beiden Zuhause, wo die ersten Geschenke überreicht wurden und das Paar einen Toast aussprach auf all die Freunde und Familie, die ihnen trotz der widrigen Umstände diesen Tag ermöglichten. Nachdem die Gäste erst einmal alle versorgt waren, machten wir uns dann auf den Weg zum Paarshooting, für das wir vorab schon das kleine, süße Schloss in Neuendettelsau besichtigt und ausgewählt hatten.

Bei unserer Ankunft erst einmal der große Schock - das Tor stand nicht wie vereinbart offen, sondern es war alles abgeschlossen. Also starteten wir erst einmal davor und versuchten dann die Hausherren zu erreichen. Nach einigen Versuchen waren wir schließlich erfolgreich, es stellte sich heraus, dass der Termin versehentlich eine Woche später in den Kalender eingetragen wurde. Trotzdem hat dann noch alles geklappt und wir konnten wunderschöne Aufnahmen anfertigen. Aber seht selbst:

Im Anschluss an das Paarshooting ging es dann flink zum Mittagessen, wo die engste Familie schon auf uns wartete. Danach war dann eigentlich geplant wieder zu den beiden nach Hause zu fahren und im Garten gemütlich Kaffe & Kuchen zu sich zu nehmen.


Nicht so schnell dachten sich da aber die eigentlichen Hochzeitsgäste der ursprünglich geplanten, großen Feier. Ohne das Wissen des Paares organisierte man eine Autokorso-Rundfahrt mit insgesamt vier Stationen, an denen sich jeweils einige der ursprünglichen Gäste sammelten und sowohl für das leibliche Wohl als auch Entertainment vorgesorgt hatten. Los ging es direkt im Park gegenüber der Gaststätte mit einer Schnaps-Station:

An der zweiten Station war eine Bar mitten auf dem Dorfplatz aufgebaut und wir nutzten die Chance auch für die ersten Gruppenfotos. Bei der nächsten Station wurde der lästige Heckenschnitt kreativ genutzt und die geschnittenen Nadeln zu drei großen grünen Herzen in der Einfahrt drapiert - was das für ein Aufwand gewesen sein muss - Wahnsinn! Hier durfte das Paar dann gemeinsam ein Glas mit farbigem Sand befüllen und musste sich die Durchfahrt mit Süßigkeiten erkaufen.


Dann ging es schon zur letzten Station, die sowohl für die Braut, als auch für mich die emotionalste war. Es ging zum Hof, auf dem Carina's Papa aufgewachsen ist und vor Ort war auch die Oma zum gratulieren. Ein wahnsinnig besonderer Moment, später erzählte mir die Braut, dass die Oma wegen ihres Alters und Gesundheitszustandes normalerweise an der Hochzeit gar nicht hätte dabei sein können. Dank der besonderen Situation und den wunderbaren Ideen von Freunde und Familie hat die Braut an diesem Tag also doch noch ihre Oma gesehen und die Begrüßung war unfassbar emotional. Ich habe selbst mitgeheult und war total ergriffen. Als Aufgabe hatte man hier eine herzförmige Spickerwand vorbereitet, die das Paar zusammen "leer" werfen musste.

Nach so viel Aufregung und Emotionen ging es dann zurück zu den beiden nach Hause. Hier hatte eine Freundin eigens noch eine Hochzeitstorte gebacken und es gab eine reichliche Auswahl an Kuchen und Torten zum Schlemmen. Spätestens jetzt haben die beiden wohl mit keiner weiteren Überraschung mehr gerechnet.


Es gab aber noch eine: Es wurde ein Quetschenspieler beauftragt, der den restlichen Abend für das Entertainment sorgte. Hier muss ich wirklich ein Kompliment aussprechen, er hat es geschafft, dass auf den Bierzeltbänken lauthals mitgesungen und geschunkelt wurde und die Fotos zeigen, wie viel Spaß Brautpaar und Gäste hatten.

Résumé


Was zeigt uns diese Geschichte ganz deutlich? Auch wenn alles nicht so läuft wie geplant, kann man immer das Beste daraus machen. Ob die Stimmung so wundervoll und entspannt gewesen wäre, wenn alles wie geplant hätte stattfinden können? Wir wissen es nicht, aber ich bin sicher, einen so besonderen Tag hätten die beiden anders nicht verlebt.



Freunde und Familie haben sich selbst übertroffen und den beiden so viel Liebe und Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, dass mein Herz schon nur vom Zuschauen geplatzt ist!

Ich persönlich werde diesen Tag, die Stimmung, die vielen lachenden Gesichter und die herzliche und familiäre Art mit der auch ich umsorgt und willkommen genießen wurde so schnell nicht mehr vergessen.

Eigentlich kann ich nur hoffen, dass unsere eigene Hochzeit ansatzweise so schön wird, wie der Tag von Carina & Christoph. Mehr braucht es eigentlich nicht, oder?