60 Jahre. Lasst euch diese Zahl einmal kurz durch den Kopf gehen und macht euch bewusst, dass das ein ganzes Leben ist. Meine Großeltern haben im Dezember 2019 dieses einzigartige Jubiläum gefeiert und ich durfte sie an diesem Tag mit meiner Kamera begleiten.

Wie es sich bei einer Reportage gehört, habe ich auch das "Getting Ready" begleitet. Für mich einmal etwas ganz Besonderes, denn da meine Mama Friseurin ist, waren wir drei Frauen der Familie ganz unter uns und haben die Zeit sehr genossen. Meine Oma fand es ganz ungewohnt, so im Mittelpunkt zu stehen, aber nach der ersten Unsicherheit hatten wir viel Spaß und die Bilder sprechen wie ich finde für sich. Man verrät das Alter einer Dame ja bekanntlich nicht, aber auch wenn meine Oma immer sagt sie sei "inzwischen ein altes Mädchen", ist sie für mich die schönste Oma der Welt und strahlt immer noch wie mit 20!

“Das Getting Ready nur mir Oma, Mama und mir war ganz besonders und ich werde es immer in Erinnerung behalten!”


Mein lieber Opa ist übrigens schon stolze 91 Jahre alt und auch er hat sich für diesen Anlass richtig rausgeputzt. Das Sakko noch schnell übergeworfen und mit Oma's Hilfe die Manschettenknöpfe geschlossen war es Zeit für hohen Besuch - der dritte Bürgermeister kündigte sich an und überreichte einen Geschenkkorb mit vielen Köstlichkeiten. Die eigentlichen Schmankerl und besonderen Erinnerungsstücke waren aber Oma's selbstgemachte Lebkuchen - nach Geheimrezept des ehemaligen Café Blank in Zirndorf, wo meine Großeltern sich kennengelernt haben als mein Opa sich bei der hübschen Helga eine Kugel Eis kaufte.

Eigentlich wollten die beiden den Tag ja gar nicht feiern, nach langem Hin und Her haben sie sich dann aber doch dazu entschieden zumindest im kleinen Kreis, mit der engsten Familie einen besonderen Tag zu verbringen. Die liebe Pfarrerin Wolf aus der St. Rochus Gemeinde in Zirndorf hat sich vorab Zeit für ein langes Gespräch genommen und hat für diesen Tag eine kleine Predigt vorbereitet. Sie hat ganz herzlich und persönlich die Lebensgeschichte meiner Großeltern wiedergegeben und die beiden und ihre Ehe am Ende noch einmal gesegnet. Habe ich geweint? Ja, spätestens als mein Opa sich nach dem Segensspruch die Tränen von den Wangen gestrichen hat, war meine Wimperntusche dahin. Anschließend haben wir bei strahlendem Sonnenschein noch Gruppenfotos vor der Kirche gemacht und sind dann für ein gemeinsames Mittagessen zu unserem Lieblingsitaliener aufgebrochen.

Eine etwas andere Reportage und für mich sehr emotional und wertvoll - ich bin so dankbar, dass wir diesen Tag gemeinsam erleben durften! Egal, ob ihr eine tolle Kamera habt oder nicht, egal, ob ihr Ahnung von Fotografie habt oder nicht - feiert diese Feste und haltet diese Erinnerungen fest. Ich werde mein Leben lang an diesen tollen Tag denken und noch weit über die Lebenszeit meiner Großeltern hinweg werden mich die Bilder an ihre liebevolle Art, ihre Güte, ihre Geschichten, Weisheiten und Späße erinnern und mir meine wundervolle Kindheit mit ihnen an meiner Seite in Erinnerung rufen.

Und weil man es in der Regel viel zu selten sagt, die wichtigsten Worte zum Schluss:

Liebe Oma, lieber Opa, ich könnte mir keine besseren Großeltern wünschen und werde euch immer, immer, immer in meinem Herzen tragen. Ihr habt mir so viel Gutes geschenkt und mein Leben von Kindesbeinen an geprägt, ihr habt dazu beigetragen, dass ich zu dem Menschen geworden bin, der heute vor euch steht und ich könnte nicht stolzer darauf sein. Ich hab euch sehr lieb und bin unendlich dankbar, dass es euch gibt.